Ab und an bekomme ich den gutgemeinten Ratschlag von Passanten,”ich solle aufpassen, nicht in Scherben zu treten”.  Dabei kam ich ins Grübeln, warum beliebte Laufstrecken, z.B. entlang des Mainufers in Frankfurt a.M., regelmäßig mit Scherben und sonstigem Unrat zugemüllt werden. In Zeiten von “Fridays for Future” doch eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, oder?

Mein nicht ganz ernst gemeinter Erklärungsversuch liegt in der steigenden Popularität des Barfußgehens und -laufens. Häähh? Doch, so muß es sein. Die Leute verstehen zusehends die gesundheitsfördernden Aspekte körperlicher Bewegung im Allgemeinen und der Fortbewegung ohne Schuhwerk im Besonderen. Und dieses Barfußgehen oder -laufen soll ja darüber hinaus sogar die Achtsamkeit, Konzentration und Aufmerksamkeit fördern. Und da denken sich halt manche Leute, bauen wir den Barfußläufern (und den Radfahrern gleich dazu) immer wieder neue Hindernisse, sozusagen zur Sinnesschärfung. Wenn man schon keine Springpferde mehr Barren darf, dann aber doch wenigstens die Barfußläufer über Scherben springen lassen. Nachdem ich das realisiert habe, muß ich jedem, der seine Flaschen zerdeppert, total dankbar sein. Ich bin jetzt immer ganz enttäuscht, wenn es doch tatsächlich mal eine Parkbank oder einen Brückenkopf gibt, an dem keine Scherben liegen, denn mehr Scherben bedeuten doch mehr Achtsamkeitstraining.

Aber nun wieder im Ernst ihr lieben Möchtegernachtsamkeitstrainer. Ich bitte Euch. Lasst es lieber. Ich brauche Eure Parcours nicht. Wirklich nicht. Wenn es auf die Flaschen kein Pfand gibt oder ihr die paar Cent für jede Flasche nicht benötigt, dann stellt bitte eine umweltgerechte Entsorgung sicher. DANKE!

Viele Grüße, Euer Björn